Dorea-Chef Hölzer: "Wir sparen nicht am Personal"

Axel Hölzer » Der Chef des Pflegeheimbetreibers Dorea im Gespräch mit €uro am Sonntag über Investitionen und Rendite.

€uro am Sonntag: Herr Hölzer, darf man mit Pflege Geld verdienen? 

Axel Hölzer: Man darf nicht nur, man muss sogar. Egal ob ein Pflegeheim für den Eigenbestand errichtet wird oder von einem Investor für die Anpachtung beispielsweise durch uns - es wird immer Fremdkapital benötigt. Für diese nur langfristig sinnvolle Investition ist eine nachhaltige Wirtschaftlichkeit im Betrieb zwingende Voraussetzung. Und wer gute Pflege anbieten will, muss auch ständig Personal aus- und weiterbilden, ständig Standards anpassen, ständig weiterinvestieren.

Bei Privatanlegern wird viel Geld für ­diverse Investitionen in Pflegeimmobilien eingeworben. Sind solche Kapitalanlagen tatsächlich so sicher wie angepriesen? 

Die Investition ist dann risikoarm, wenn neben den demografischen Trends und der Refinanzierung der Pflegesätze durch staatlich abgesicherte Institutionen, also Pflegeversicherung und Renten, sowie einem marktüblichen Pachtvertrag ins­besondere die Qualität des Betreibers die dauerhafte Erwirtschaftung der Pacht absichert. Aber Risiken gibt es immer.

Laut dem Bundeswirtschaftsministerium könnte es bis 2030 eine Lücke von etwa 160.000 Pflegeheimplätzen in Deutschland geben. Mehr Geld für Pflege will die Politik aber nicht wirklich ausgeben. Sparen Sie also am Personal? 

Ganz sicher nicht. Die Verdienste im Pflegefach sind in der Regel ziemlich gleich, um Fachkräfte wird aber hart gerungen. Deshalb wollen wir, dass sich nicht nur unsere Bewohner, sondern auch unsere Angestellten wohlfühlen. Dies sind die wesentlichen Wettbewerbsfaktoren in unserer Branche. Sparen können wir durch Effizienzprogramme etwa bei Energiekosten oder dem Catering sowie - und da nutzt uns unsere Größe - beim Einkauf.